Die Endovenöse Lasertherapie (EVLT) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als effektive Behandlungsoption bei Krampfadern und als schonende Alternative zum klassischen Stripping etabliert. Viele Patientinnen und Patienten entscheiden sich bewusst für diese minimalinvasive Variante aufgrund der kürzeren Erholungszeit und da die Methode keine großen Hautschnitte benötigt, wodurch keine Narben zu erwarten sind. Gleichzeitig stellt sich dabei häufig die Frage: Ist das Ergebnis der Endovenösen Lasertherapie mit dem der OP vergleichbar und wie lange hält es an? Können Krampfadern zurückkommen?
Genau darauf möchten wir in diesem Beitrag eingehen und Sie über die Erfolgsaussichten und die Nachsorgemaßnahmen bei der EVLT informieren. Zudem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps, um die Venengesundheit langfristig zu unterstützen.
Eine Veneninsuffizienz – also eine Funktionsstörung der Venen – ist ein weitverbreitetes Phänomen. Schätzungsweise 90 Prozent der Deutschen haben leichte Venenveränderungen wie Besenreiser, die sich mit zunehmendem Alter verstärken können. Ein chronisches Venenleiden betrifft etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung. Venenleiden stellen somit eine Volkskrankheit dar. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Venenschwäche gehören:
Krampfadern entstehen, wenn das Blut nicht wie vorgesehen wieder in Richtung Herz transportiert werden kann, sondern in den Venen „versackt“. Grund dafür sind meist erschlaffte Venenklappen, die nicht mehr adäquat schließen können. Dadurch erweitern sich die Venen und erscheinen als bläuliche Verästelungen an der Hautoberfläche. Teilweise können sie auch verdickt sein und hervortreten.
Als Standardbehandlung galt lange Zeit das sogenannte Venen-Stripping. Dabei wird die betroffene Vene operativ entfernt, indem sie aus dem Körper gezogen wird. Die Endovenöse Lasertherapie bietet einen minimalinvasiven Ansatz zur Krampfaderbehandlung: Dabei wird die erkrankte Vene nicht herausgezogen, sondern von innen verschlossen. Dies benötigt lediglich eine winzige Punktion der Haut, über die eine feine Lasersonde in die Vene eingeführt wird. Beim Zurückziehen der Laserfaser gibt diese Energie ab, die dazu führt, dass sich die Venenwände zusammenziehen und verschließen. Die verschlossene Vene wird anschließend über körpereigene Prozesse abgebaut. Der Blutfluss wird über eine andere, gesunde Vene umgeleitet.
Bei der Endovenösen Lasertherapie werden somit umliegende Strukturen möglichst wenig beeinträchtigt oder verletzt. Dadurch ergibt sich meist eine kürzere Heilungsdauer und Patientinnen und Patienten sind nach der Behandlung schneller wieder fit als nach einer umfassenden OP.
Ja, sowohl die Endovenöse Lasertherapie als auch die Stripping-OP erzielen für gewöhnlich sehr gute und dauerhafte Ergebnisse. Untersuchungen haben gezeigt, dass nach fünf bis zehn Jahren weiterhin eine große Zufriedenheit bei den meisten Patientinnen und Patienten vorliegt und die Rezidivrate gering ist. Manche Studien gehen sogar davon aus, dass Rezidive bei der Endovenösen Lasertherapie weniger häufig eintreten als bei der klassischen OP, andere sehen die Ergebnisse etwa gleichwertig.
Wenn von der Haltbarkeit bei der Endovenösen Lasertherapie gesprochen wird, ist es wichtig, dabei zwei verschiedene Aspekte gesondert zu betrachten. Einmal gibt es den behandelten Venenabschnitt und zum zweiten geht es um die Venenerkrankung im Allgemeinen.
Die Behandlung kann im betroffenen Venenabschnitt in der Regel effektive Ergebnisse erzielen und die Krampfader dauerhaft entfernen. Das bedeutet, dass sich die behandelte Krampfader für gewöhnlich nicht regenerieren oder neubilden kann. Auf die Venenschwäche an sich hat die Endovenöse Lasertherapie hingegen keinen Einfluss. Die chronische Erkrankung kann weiterhin fortschreiten. Daher kann es vorkommen, dass sich im Laufe der Zeit Krampfadern an anderen Stellen bilden. Diese können dann bei Bedarf wieder behandelt werden.
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z.B. in dieser Studie.
1. Stadium der Venenerkrankung
Wird eine Venenerkrankung frühzeitig festgestellt und regelmäßig kontrolliert, kann die Behandlung entsprechend geplant werden. Nicht bei jeder Venenerkrankung ist sogleich eine Behandlung notwendig, aber eine frühzeitige Behandlung ermöglicht meist ein besseres Langzeitergebnis. Stark fortgeschrittene Veränderungen, ausgeprägte Seitenäste oder bereits bestehende Hautveränderungen können hingegen das Risiko für spätere Neubildungen erhöhen.
2. Qualität der Durchführung
Obwohl die Endovenöse Lasertherapie eine sichere und sanfte Behandlungsmethode ist, setzt sie Kenntnis und Erfahrung voraus. Die exakte Platzierung der Lasersonde, die richtige Energiemenge und die vollständige Behandlung des insuffizienten Venenabschnitts sind entscheidend für das Ergebnis. Deshalb sollte die Behandlung ausschließlich von einem Experten durchgeführt werden, der sich auf das Verfahren spezialisiert hat.
In unserer Praxis führen wir die Endovenöse Lasertherapie bereits seit 2006 durch.
3. Individuelle Veranlagung
Eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche und eine Veranlagung für Krampfadern können das Risiko für neue Krampfadern erhöhen. Sollte bei Ihnen eine familiäre Vorbelastung bekannt sein, ist es ratsam, Ihre Venengesundheit regelmäßig vom Phlebologen kontrollieren zu lassen, um langfristig möglichst beschwerdefrei zu bleiben.
4. Lebensstil und Alltagsfaktoren
Zuvor haben wir bereits über bestimmte Risikofaktoren gesprochen, die das Auftreten von Krampfadern begünstigen können – so zum Beispiel Bewegungsmangel oder berufliche Tätigkeiten, die langes Sitzen oder Stehen beinhalten. Diese Aspekte beeinflussen nicht direkt den Erfolg der behandelten Vene, wohl aber das langfristige Gesamtbild des Venensystems.
Die Venengesundheit lässt sich durch einfache Maßnahmen im Alltag unterstützen. Das kann sowohl nach einer erfolgreichen Behandlung als auch zur Vorbeugung (weiterer) venöser Beschwerden sinnvoll sein. Hier unsere Tipps für Sie:
Sie möchten gern mehr über Venengesundheit und die Endovenöse Lasertherapie erfahren? Wir stehen Ihnen gern zur Seite und klären Sie persönlich über alle Details auf. Eine unverbindliche Beratung können Sie telefonisch oder über unsere Online-Terminvergabe mit uns vereinbaren.
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