Steigt das Risiko für Venenleiden im Homeoffice?

Aufgrund der Pandemie waren und sind zahlreiche Personen dazu angehalten, vorzugsweise von zu Hause aus zu arbeiten. Auch unabhängig von der Pandemie könnte Arbeiten von zu Hause aus für viele die Zukunft sein. Das Homeoffice sowie auch Homeschooling und Universität per Onlineseminare führen vielfach dazu, dass die tägliche Bewegung verringert wird. Die Zeit wird hauptsächlich sitzend verbracht. Das wirkt sich auf Dauer wiederum negativ auf unsere Gesundheit aus. Neben möglichen Gewichtszunahmen leiden vor allem auch die Venen unter dem langen Sitzen oder Stehen und der wenigen Bewegung, die sich bei vielen Personen im Homeoffice eingeschlichen haben. Venenerkrankungen sind sehr unterschiedlich. Einige Veränderungen sind rein kosmetischer Natur (z. B. Besenreiser), während andere gesundheitliche Beschwerden und auch schwere Risiken mit sich bringen können. Welche Gefahren und Risiken bergen Krampfadern?

Ursachen von Krampfadern

In den Beinen gibt es zwei Arten von Venen: oberflächliche Venen, die direkt unter der Haut liegen, und die tiefen Beinvenen. Die oberflächlichen Venen sorgen dafür, das Blut aus der Haut, dem Fettgewebe und der Muskulatur in die tiefen Venen zu befördern. Die Aufgabe der tiefen Beinvenen ist es, das verbrauchte und somit sauerstoffarme Blut in Richtung Herz zurückzutransportieren. Eine Schutzfunktion, damit das Blut nicht einfach wieder zurückfließt, sondern entgegen der Schwerkraft zum Herzen gebracht werden kann, stellen die Venenklappen dar. Sie verschließen den Weg und unterbinden den Rückfluss.

Durch Veranlagung oder andere Faktoren können die Venenklappen geschwächt sein. Zu den Risikofaktoren, die eine Venenschwäche und somit Krampfadern begünstigen können, gehören unter anderem Übergewicht, zunehmendes Alter, langes Stehen oder Sitzen und Gefäßerkrankungen (z. B. Thrombosen). Sind die Venenklappen nicht mehr in der Lage, den Rückfluss des Blutes konsequent zu verhindern, staut sich das Blut in den Beinvenen sowie in den oberflächlichen Venen an. Mit der Zeit werden die Venen durch den Rückstau zusätzlich geweitet. Auf der Haut werden dann die typischen blau-violetten Verästelungen (Besenreiser und Krampfadern) sichtbar.

Tun Krampfadern weh?

Die Symptome von Krampfadern sind individuell unterschiedlich. Einige Betroffene bemerken – bis auf die optische Auffälligkeit – keine weiteren Anzeichen oder Einschränkungen. Bei anderen Personen fühlen sich die Beine durch die Krampfadern schwer an und können zudem anschwellen. Häufig ist vor allem der Bereich der Knöchel davon betroffen. In vielen Fällen nehmen diese Beschwerden über den Tag hinweg zu. Insbesondere durch langes Stehen oder Sitzen wird der Prozess verstärkt. Manchmal klagen die Patienten und Patientinnen auch über nächtliche Wadenkrämpfe oder beschreiben Schmerzen an den Beinen, die vor allem abends vor dem Einschlafen deutlich werden.

Wie gefährlich sind Krampfadern?

Oftmals sind Krampfadern für die Betroffenen vor allem ein kosmetisches Ärgernis. Sie schlängeln sich in blauer Farbe an den Beinen entlang und sind für gewöhnlich gut sichtbar. Teilweise sind Krampfadern auch verdickt. Neben dem optischen Störfaktor können Krampfadern auch zu Komplikationen und weiteren Erkrankungen führen.

Das Aussehen der Krampfadern lässt übrigens keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Beschwerden oder die möglichen Risiken zu: So können recht unauffällige Krampfadern zu starken Beschwerden oder gesundheitlichen Risiken sowie Folgen führen, während sehr dicke und knotige Krampfadern teils gar keine Probleme machen. In jedem Fall sollten Krampfadern beziehungsweise Venenleiden ärztlich abgeklärt und regelmäßig untersucht werden. Auf diese Weise kann rechtzeitig und adäquat gehandelt werden, um schlimmere Folgen zu vermeiden.

Thrombosegefahr und weitere mögliche Folgen

Im fortgeschrittenen Stadium können sich durch die Krampfadern auch Wassereinlagerungen im Gewebe bilden und die oberflächlichen Venen können sich entzünden (Thrombophlebitis). Zudem ist das Risiko für Geschwüre am Unterschenkel oder im Knöchelbereich erhöht. Dieses sogenannte offene Bein (Ulcus cruris) zählt zu den häufigsten Folgen, die Krampfadern mit sich bringen können. Durch die Durchblutungsstörung im Bein wird die Wundheilung gestört. So können selbst kleinste Verletzungen in dem Bereich nicht mehr problemlos abheilen und bleiben als Wunden zurück. Laut Schätzungen sind etwa 50 bis 70 Prozent aller Unterschenkelgeschwüre venös bedingt!

Zudem steigt die Thrombosegefahr durch Krampfadern. Thrombosen stellen zwar eine vergleichsweise seltene Komplikation dar, sie sollten aber keinesfalls vernachlässigt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen in Taiwan haben gezeigt, dass Personen mit Krampfadern ein etwa fünffach erhöhtes Thromboserisiko haben. Die Blutstauung kann zu Blutgerinnseln oder zu einer tiefen Venenthrombose führen, die mit einem Verschluss kleiner als auch größerer tiefer Venen einhergeht. Die Gerinnsel können sich zudem lösen und in Richtung Herz transportiert werden. Dort können sie in den Lungenkreislauf gelangen und ein Risiko für eine Lungenembolie bedeuten. Dieser Gefäßverschluss ist lebensbedrohlich.

Was kann ich selbst tun, um Venenleiden vorzubeugen?

Die Venengesundheit kann durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden. Allen voran stellt die regelmäßige Bewegung einen wichtigen Punkt zur Prävention von Krampfadern dar. Insbesondere bei Tätigkeiten und Berufen, die mit langem Stehen oder Sitzen einhergehen, sollten regelmäßige Spaziergänge und Sport zum Ausgleich in den Alltag integriert werden. Lockern Sie Ihre Beine im Homeoffice mit kleinen Pausen, in denen Sie ein wenig umherlaufen, auf.

Des Weiteren sollte Übergewicht vermieden werden. Versuchen Sie, Ihr Gewicht im Normalbereich zu halten und ernähren Sie sich ausgewogen, gesund und vitaminreich. Regelmäßiger Ausdauersport (z. B. Walking, Radfahren, Schwimmen) hilft ebenfalls dabei, das Körpergewicht im Idealbereich zu halten, den Blutfluss zu verbessern und den Abbau des Venendrucks zu fördern. Lassen Sie zudem Ihre Venen bei Verdacht oder Neigung zu Krampfadern (z. B. familiäre Vorbelastung) von einem Spezialisten untersuchen.

Die Krampfadertherapie

Zur Behandlung von Krampfadern kommen sowohl konservative, minimalinvasive als auch operative Methoden infrage. Die individuelle Therapie richtet sich nach dem Ausgangsbefund und der ärztlichen Empfehlung. In unserem Hautzentrum Innenstadt stehen folgende Maßnahmen zur Auswahl:

Vor allem mit der Endovenösen Lasertherapie (EVLT), die wir seit 2006 als erste Praxis in der Region anbieten, haben wir sehr gute Ergebnisse erzielt. Nähere Informationen zu den einzelnen Methoden finden Sie hier auf unserer Website. Gern beraten und informieren wir Sie natürlich auch in einem persönlichen Gespräch in unserer Praxis zur Behandlung von Krampfadern und stellen mit Ihnen den für Sie am besten geeigneten Behandlungsplan zusammen.

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