Krampfadern sind ein weitverbreitetes Venenproblem. Oftmals wird die Diagnose von Betroffenen noch mit einer schmerzhaften und umfangreichen OP verbunden. Das sogenannte Venenstripping – das chirurgische Ziehen der erkrankten Venen – galt tatsächlich lange Zeit als Goldstandard in der Krampfaderbehandlung. In der modernen Medizin gibt es jedoch zunehmend Verfahren, die besonders schonend und ohne große operative Eingriffe erfolgen können. Eine dieser Behandlungen ist die endovenöse Lasertherapie (EVLT). In unserer Praxis setzen wir die Methode bereits seit 2006 ein und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht.
Doch bedeutet das automatisch, dass operative Eingriffe gar nicht mehr notwendig sind? Wir möchten in diesem Beitrag einen Blick auf die Therapiemöglichkeiten von Krampfadern werfen und zeigen, wie die geeignete Behandlung ermittelt wird.
Krampfadern sind die sichtbare Folge von geschwächten Venenwänden und Venenklappen. Im gesunden Zustand sorgen die Venenklappen dafür, dass das Blut wie vorgesehen von den Beinen zurück in Richtung Herzen transportiert werden kann. Liegt jedoch eine Schwächung vor, kann es passieren, dass das Blut durch die nicht korrekt geschlossenen Venenklappen zurück in den Venenabschnitt fließt und sich dort ansammelt. Dies führt wiederum dazu, dass die Venen sich erweitern und als typische Verästelungen auf der Haut sichtbar werden. Teilweise können Krampfadern auch leicht hervorstehen und auf der Haut spürbar sein.
Begünstigt wird die Bildung von Krampfadern unter anderem durch:
Nicht jede sichtbare Vene ist sofort behandlungsbedürftig. Allerdings können Krampfadern mit der Zeit fortschreiten und Beschwerden verursachen. Zudem können sie auf ein tieferliegendes Venenleiden hindeuten.
In vielen Fällen sind Krampfadern für Betroffene zunächst ein kosmetisches Problem. Die geschlängelten Linien an den Beinen werden oft als unschön und störend angesehen. Dies kann unter anderem die Kleidungswahl einschränken und das Wohlbefinden der Patienten belasten.
Neben den sichtbaren Veränderungen können Krampfadern jedoch auch weitere Beschwerden mit sich bringen. Sie können unter anderem zu Schwere- und Spannungsgefühlen in den Beinen, Schwellungen an den Knöcheln, nächtliche Wadenkrämpfe und Schmerzen bei langem Stehen oder Sitzen beitragen. Im fortgeschrittenen Stadium können sie außerdem Hautveränderungen, Entzündungen und auch offene Stellen an den Beinen begünstigen. Daher kann es nicht nur aus ästhetischer Sicht sinnvoll sein, Krampfadern frühzeitig zu behandeln.
Nicht zuletzt können Krampfadern auf ein allgemeines Venenleiden hinweisen. In schwerwiegenden Fällen können erkrankte Venen ein Risiko für tiefe Venenthrombosen bergen. Auch wenn nicht jede Krampfader behandlungsbedürftig ist, sollten Patienten ihre Venengesundheit regelmäßig untersuchen lassen – insbesondere dann, wenn sie zu Veränderungen wie Besenreiser oder Krampfadern neigen.
Krampfadern verschwinden in der Regel nicht von selbst, sondern müssen gezielt behandelt und entfernt werden. Beim sogenannten Venenstripping wird die betroffene Vene über einen Schnitt in der Leiste freigelegt. Anschließend werden sämtliche Seitenäste sowie die Stammvene unterbunden. Zudem wird ein weiterer Schnitt am Ende der erkrankten Vene gesetzt, um sie dann mithilfe einer speziellen Sonde aus dem Körper zu ziehen. Auf diese Weise wird sie dauerhaft entfernt.
In vielen Fällen kann die Operation ambulant in örtlicher Betäubung erfolgen, insbesondere bei ausgeprägten Krampfadern kann aber auch eine Behandlung in Vollnarkose empfehlenswert sein. Nach dem Eingriff ist häufig mit blauen Flecken und einer längeren Erholungsphase zu rechnen. Auch Schmerzen und Druckgefühle können vorübergehend vorliegen.
In den letzten Jahrzehnten haben sich minimalinvasive Methoden stark etabliert, unter anderem die endovenöse Lasertherapie. Dabei wird die betroffene Vene nicht direkt entfernt, sondern von innen verschlossen und abschließend über körpereigene Prozesse abgebaut. Auch bei diesem Vorgehen verschwindet die erkrankte Vene dadurch dauerhaft.
Im Gegensatz zum Stripping verläuft die endovenöse Lasertherapie schonender und ruft weniger Gewebetraumata im Körper hervor. Für das Verfahren wird lediglich eine winzige Punktion am oberen Rand der Vene benötigt. Darüber wird eine spezielle Laserfaser in die Vene eingeführt. Beim Zurückziehen der Laserfaser gibt diese kontrolliert Energie an das umliegende Gewebe ab, woraufhin sich die Venenwände erwärmen, zusammenziehen und verschließen. Mit Ultraschall achtet der Facharzt während der gesamten Behandlung darauf, dass die richtige Menge Energie an den entsprechenden Bereichen freigesetzt wird und keine Schäden entstehen.
Die endovenöse Lasertherapie erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung. Da lediglich ein kleiner Hautzugang erforderlich ist, verläuft der Heilungsprozess erfahrungsgemäß sehr zügig. Die Patientinnen und Patienten sind schnell wieder mobil. Auch die postoperativen Beschwerden fallen im Vergleich zur klassischen OP meist geringer aus und klingen schnell ab.
Eine klassische Krampfader-OP kann je nach Befund auch heute noch eine geeignete Behandlungsmethode darstellen. Sie bietet jedoch nicht mehr die einzige Wahl, um Krampfadern dauerhaft zu entfernen. Minimalinvasive Verfahren wie die endovenöse Lasertherapie stellen eine attraktive Alternative dar, um effektive Ergebnisse bei gleichzeitig möglichst geringer Belastung zu erzielen. Welche Behandlungsmethoden im konkreten Fall infrage kommen, wird immer individuell untersucht und besprochen.
Vorteile moderner Verfahren im Alltag
Es gibt einige Gründe, weshalb die Nachfrage nach minimalinvasiven Krampfaderbehandlungen wächst. Vor allem Eltern, Sportler und Berufstätige möchten möglichst schnell wieder in den gewohnten Alltag zurückkehren. Zu den Vorteilen moderner Methoden gehören unter anderem:
Nicht alle Besenreiser oder Krampfadern müssen sogleich behandelt werden, wenn sie weder Beschwerden verursachen noch kosmetisch störend sind. Aber gerade bei Krampfadern mit Funktionsstörungen oder einem Risiko für weitere Venenleiden ist Abwarten nicht zu empfehlen. Venenschwächen können langsam voranschreiten und zu stärkeren Beschwerden führen. In diesem Fall ist eine frühzeitige Behandlung ratsam, um weiteren Folgen rechtzeitig entgegenzuwirken und die Venengesundheit langfristig zu stabilisieren.
Sie leiden an Krampfadern und suchen nach einer schonenden Behandlungsmöglichkeit? Gern klären wir Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch umfassend über die Methoden in unserer Praxis auf. Neben der endovenösen Lasertherapie bieten wir auch die duplex-gesteuerte Schaumsklerosierung und die speziellen Verfahren VenaSeal und VnusClosure Fast mit Radiofrequenzenergie an. Vereinbaren Sie gern einen Termin mit unserem Praxisteam – telefonisch oder online. über unser Buchungssystem.
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