In der Frühlingszeit möchten viele Menschen ihrer Haut nach dem strapazierenden Winter etwas Gutes tun. Mit einer angepassten Pflege und sanften Behandlungen lässt sie sich optimal auf die sonnenintensivere Zeit vorbereiten. Zu den unterstützenden Methoden gehört unter anderem die sogenannte Eigenbluttherapie. Bei diesem Verfahren wird körpereigenes Blut speziell aufbereitet, um die natürlichen Regenerations- und Neubildungsprozesse anzuregen. Das bedeutet, dass die Eigenbluttherapie nahezu ohne Fremdstoffe auskommt und somit in der Regel sehr gut verträglich ist. Bei Bedarf können jedoch auch zusätzliche Wirkstoffe zugesetzt werden, zum Beispiel Vitamine, Hyaluronsäure oder Aminosäuren.
Was kann die Eigenbluttherapie bewirken? Und für wen ist sie geeignet? Im folgenden Beitrag schauen wir uns das Verfahren etwas genauer an und gehen auf die Besonderheiten ein.
Klassische Behandlungsverfahren arbeiten meist mit Volumenaufbau oder gezielter Muskelentspannung, um störende Falten zu glätten und einzelne Bereiche zu konturieren. Obwohl diese Methoden durchaus ihren Platz haben, suchen immer mehr Patientinnen und Patienten nach Lösungen, die ein besonders natürliches Ergebnis erzielen und eine Auffrischung des Hautbilds von innen heraus fördern. Eine gesunde und verbesserte Hautstruktur kann in der modernen ästhetischen Medizin unter anderem mit sogenannten Biostimulatoren erreicht werden.
Bei diesem regenerativen Ansatz geht es in erster Linie nicht darum, störende Veränderungen zu kaschieren und zu korrigieren, sondern körpereigene Reparatur- und Erneuerungsprozesse anzustoßen. Hier setzt auch die Eigenblutbehandlung an, da sie keine Fremd- oder Füllstoffe nutzt, sondern Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut verwendet.
Medizinisch wird die Eigenbluttherapie auch als PRP-Behandlung bezeichnet. PRP steht für platelet-rich plasma, also plättchenreiches Plasma. Dieses wird aus dem Eigenblut gewonnen und speziell aufbereitet, um es anschließend in die Haut oder Kopfhaut zu injizieren.
Durch Zentrifugation wird aus dem Eigenblut das Plasma mit einer erhöhten Konzentration an Blutplättchen (Thrombozyten) entnommen. Diese Thrombozyten enthalten eine hohe Anzahl an Botenstoffen und Wachstumsfaktoren, die im Körper an diversen Wachstums- und Heilungsprozessen beteiligt sind. Werden sie im Rahmen der Behandlung der Haut zurückgeführt, setzen sie bestimmte Reaktionen in Gang, unterstützen die natürlichen Abläufe und verstärken diese. Insbesondere in Haut und Haarfollikeln ist das relevant, weil beide Gewebe stark auf Durchblutung, Zellkommunikation und Stoffwechsel reagieren.
Zu den natürlichen Prozessen gehören unter anderem:
Oftmals fallen beim Blick in den Spiegel zunächst die unliebsamen Fältchen und die abgesunkenen Partien auf. Die Auslöser liegen aber oft tiefer: nachlassende Kollagenstruktur, reduzierte Elastizität, langsamere Zellregeneration, nachlassende Feuchtigkeitsversorgung des Gewebes oder eine schlechtere Durchblutung. All das spielt für die Gesundheit und das Aussehen der Haut eine zentrale Rolle. Setzt man bei der Behandlung bei diesen Prozessen an, kann man langfristig eine frische und ebenmäßige Hautstruktur fördern, anstatt kurzfristig einzelne Falten zu reduzieren. Insbesondere als vorbeugende Maßnahme im Bereich der Prejuvenation bietet sich ein umfassender Blick auf die einzelnen Auslöser der Hautalterung an.
Die Behandlung mit Eigenblut setzt daher ebenfalls weniger an einzelnen Falten an, sondern konzentriert sich auf eine allgemeine Verbesserung der Gewebequalität. Selbstverständlich ist auch die PRP-Therapie kein Wundermittel, das den Alterungsprozess unterbinden kann, aber sie kann dazu beitragen, dass die Haut nachhaltig optimal versorgt wird und die Struktur sich kräftigt.
Die Gründe für Haarausfall sind vielfältig. Sie reichen von genetisch-hormonellen Einflüssen über autoimmune Reaktionen bis hin zu Alterung, Stress, Medikamente und Nährstoffmangel. Ziel der PRP-Therapie bei Haarausfall ist es, das Milieu rund um die geschwächten Haarwurzeln zu verbessern und inaktive oder geschwächte Follikel zu stimulieren. Insbesondere bei androgenetischem und diffusem Haarausfall kann eine PRP-Therapie in Betracht gezogen werden, um das Haarwachstum wieder zu stärken. Zudem kann die Behandlung bei dünnem, kraftlosem Haar und zur Unterstützung bei Haartransplantationen eingesetzt werden.
Wichtig ist, dass die Haarfollikel bislang nur geschwächt sind und sich noch nicht komplett zurückgebildet haben. Deshalb ist es ratsam, frühestmöglich mit der PRP-Therapie zu beginnen, um das Haarwachstum zu stärken.
Da die Eigenbluttherapie auf körpereigenen Regenerationsmechanismen basiert, kann ein unausgeglichener Lebensstil diese Prozesse beeinträchtigen. Dazu zählen beispielsweise chronischer Schlafmangel, anhaltender Stress, Rauchen, wenig Bewegung oder eine sehr einseitige Ernährung. Auch nicht erkannte Mangelzustände – etwa bei Eisen, Vitamin D, Zink, Eiweiß oder bestimmten B-Vitaminen – können die Regenerationsfähigkeit beeinflussen.
Umgekehrt können gute Rahmenbedingungen den Behandlungserfolg sinnvoll unterstützen. Dazu gehören:
Auch die Flüssigkeitszufuhr und ein insgesamt stabiler Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Wer den Körper dauerhaft überlastet, kann regenerative Prozesse bremsen – unabhängig davon, welche ästhetische Behandlung durchgeführt wird.
Die moderne Eigenbluttherapie ist weit mehr als ein Trend. Richtig eingesetzt bietet sie interessante Möglichkeiten für Haut und Haare – besonders für Menschen, die natürliche Ergebnisse und regenerative Ansätze schätzen. In einem persönlichen Beratungsgespräch klären wir Sie gern darüber auf, was eine PRP-Therapie für Sie tun kann und wie die Behandlung verläuft. Einen Termin können Sie telefonisch oder über unsere Onlinebuchung vereinbaren.
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